Workshop „Nächstenliebe & Lebenshilfe oder moralpolitische Beeinflussung?“

Wie religiös-fundamentalistische Bewegungen vorgehen

Am 28. und 29.10.2024 hat FundiWatch an der Netzwerktagung „Antifeminismus begegnen – Demokoratie stärken. Sichtbar und aktiv in Kommunen, Organisationen und Sozialer Arbeit“ in Dresden teilgenommen. Der vollständige Tagungsbericht kann hier aufgerufen werden.

Neben der Vorstellung unseres Projekts auf dem angebotenen „Marktplatz“ haben wir auch einen Workshop halten dürfen, in dem wir die Vorgehensweise religiös-fundamentalistischer Bewegungen beschreiben und Tipps zur Recherche über betreffende Organisationen geben konnten.

Hier veröffentlichen wir nun den Workshop-Bericht. Bei Interesse an einem Workshop- oder Seminar-Angebot von FundiWatch stehen wir für individuelle Anfragen über das Kontaktformular oder per Mail gerne zur Verfügung.

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Das Recherche- und Aufklärungsprojekt FundiWatch dokumentiert christlich-fundamentalistische Aktivitäten in gesellschaftspolitischen Bereichen wie Sozialer Arbeit.

FundiWatch sammelt dazu Hinweise auf christlich-fundamentalistische Weltbilder und beobachtet Netzwerkaktivitäten und politische Praxen der Akteure. Ziel der Arbeit ist Aufklärung und Sensibilisierung über antidemokratische und extremistische Potenziale des christlichen Fundamentalismus.

Christlich-fundamentalistische Einstellungen haben sowohl Auswirkungen auf das Verständnis von „Nächstenliebe“ und „Lebenshilfe“ als auch auf etwaige Ziele einer „(moral-)politischen Einflussnahme“.

Grund hierfür ist das diesen Einstellungen zu Grunde liegende Bibelverständnis: Die Bibel wird wörtlich als unmittelbares Wort Gottes und absolute Wahrheit verstanden. Eine historisch-kritische Einordnung wird abgelehnt. Dementsprechend herrschen beispielsweise eine äußerst konservative Sexualmoral (Sex nur in der Ehe, Homosexualität und Masturbation als Sünde etc.) und ein dualistisches Weltbild im Sinne einer klaren Einteilung der Welt in „gut“ und „böse“ vor.

Einige christlich-fundamentalistische Einstellungen sehen die Erlösung vom Leid in der Welt erst im Jenseits, auf Nicht- bzw. Andersgläubige würden hingegen ewige Qualen in der Hölle warten. Zunehmend vertreten christliche Fundamentalisten aber auch wieder ein Verständnis, nachdem sie dazu berufen seien, Gesellschaften – auch durch politische Einflussnahme – wieder unter christliche Vorherrschaft zu bringen und biblische Werte auf Erden durchzusetzen (sog. christlicher Dominionismus).

Tabellarische Darstellung der verschiedenen Menschenbilder (humanistisches menschenbild, christlich-humanistisches Menschenbild und christlich-fundamentalistisches Menschenbild) im Verhältnis zu verschiedenen Aspekten (Menschenwürde, Sicht auf den Menschen, Sinn des Lebens, Freiheit und Verantwortung, Motivation für Nächstenliebe).

Christlich-fundamentalistische Einstellungen führen aufgrund des Verständnisses, im Besitz der „absoluten Wahrheit“ zu sein und andere „retten“ zu wollen, nicht selten zu „emotionalen Machtmissbrauch“, der in letzter Zeit zunehmend auch in christlichen Kreisen unter dem Stichwort „geistlicher Missbrauch“ diskutiert wird.

Stephanie Butenkemper beschreibt dies wie folgt:

„Geistlicher Missbrauch geschieht dann, wenn innerhalb asymmetrischer Beziehungen der Glaube, christliche Lehren und Werte benutzt werden, um die sich anvertrauende oder abhängige Person nach den eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen zu manipulieren, auszunutzen oder zu unterdrücken.

Dieser Prozess geschieht häufig sehr subtil, schleichend und meist ohne vorsätzlich böse Absicht, da die geistliche Autorität des Täters oder der Täterin mit der ‚Stimme Gottes‘ gleichgesetzt oder als solche legitimiert wird. Auf diese Weise stülpt der Täter der betroffenen Person sein eigenes Gottesverständnis oder das einer Gruppierung über, kontrolliert sie und nimmt Einfluss auf wichtige Lebensentscheidungen sowie ihr Denken, Fühlen und Handeln.

Die Folgen können derart dramatisch sein, dass viele Betroffene sich auf lange Zeit und in allen Bereichen ihres Lebens beeinträchtigt, blockiert und beschädigt fühlen […]“[1]

Das Handlungsfeld „Rotlichtarbeit“ oder „Rettung aus der Prostitution“ bietet – nicht zuletzt aufgrund vorgenannter sexueller Moralvorstellungen – Raum für Aktivitäten christlich-fundamentalistischer Akteurskonstellationen.

Darstellung der verschiedenen Charakteristika von Moralpolitik (Nebensache Implementierung, Laienpolitik, Maythen und Vorurteile, Richtungswechsel, emotionale Aufladung, Fantasie Regulierbarkeit, Ideologiedominanz)

Die sexarbeitsfeindliche Bewegung in Deutschland besteht aus mehreren Lagern:

1. Weißer Feminismus
2. (Ultra)- Konservative Sexarbeitsfeindlichkeit
3. „gender- und prostitutionskritische“ Sexarbeitsfeindlichkeit
4. Bauchlinke Sexarbeitsfeindlichkeit
5. Conspirituality
6. Extreme Rechte
sowie der Bereich der 7. religiös-fundamentalistischen Sexarbeitsfeindlichkeit.

1. und 7. bilden die größten Anteile bei sexarbeitsfeindlichen Mobilisierungen in Deutschland.

Schaubild zum "Lagerfeuer der Anständigen": Weisser Feminismus, Extreme Rechte, (Ultra)Konservativ, "Gender und Prostitutionskritisch", "Bauchlinke", Conspirituality, Fundamentalismus.

Die typische Vorgehensweise besteht im Stillen Ankommen in Form ehrenamtlicher, meist aufsuchende Sozialarbeit imitierender Praxen mit dem Ziel der Aufnahme ins lokale Hilfenetzwerk oder Wohlfahrtsverbände.

In mehreren Wohlfahrtsverbänden ist das bereits geglückt. Einmal aufgenommen beginnt das Agendasetting indem auf Positionierung zur Prostitution gedrungen wird. Parallel dazu wird mittels Kampagnen Druck auf deutsche und europäische Politik ausgeübt um eine Verschärfung der Prostitutionspolitik zu erreichen.

Oft spielt die christlich-fundamentalistische Ideologie keine prominente Rolle, wird sogar durch Begriffe wie Empowerment oder Achtsamkeit kaschiert. Recherchen zeigen allerdings ihre radikale Ideologie sowie enge Verflechtungen mit ultrakonservativen Glaubensgemeinschaften antifeministischer Ausrichtung.

Netzwerkschaubuld zu Anti-Sexarbeitsallianzen in Deutschland: "Gender- und Protitutionskritische Akteure"

Die Themen Sexarbeit und Menschenhandel bieten sich für christlich-fundamentalistische Akteure an. Sexuelle Selbstbestimmung, reproduktive Rechte oder Sexualität werden oft nach Prinzipien der Moralpolitik (Amesberger) verhandelt und sind daher geeignet für antifeministische Mobilisierungen.

Das konkrete Beispiel Mission Freedom e.V. / Himmelsstürmer Deutschland gGmbH (Haus SeeNest) veranschaulicht sowohl Vorgehensweise als auch Ideologien christlich-fundamentalistischer Akteure[2].

Zur Recherche christlich-fundamentalistischer Akteur*innen lohnt es sich zunächst, ausgehend von der Selbstdarstellung bspw. auf Homepages, Satzungen etc. etwaige Hinweise auf eine christlich-religiöse Ausrichtung zu hinterfragen (z.B.: Was wird unter einem ‚christlichen Menschenbild‘ konkret verstanden? Warum und wie will eine sozialarbeitende Organisation ‚christliche Werte vermitteln‘? Was ist mit ‚Innerer Freiheit‘ gemeint? etc.).

Schließlich können über das Internet weitere Informationen zusammengetragen werden (z.B. über Impressum und das frei abrufbare Handelsregister zur Organisationsleitung, Trägerorganisationen etc., Verbindungen zu anderen christlich-fundamentalistischen Gruppen/Netzwerken, Äußerungen in Social Media, YouTube etc.). Nicht selten zeigen sich hier überraschend offen geäußerte radikale christlich-fundamentalistische Einstellungen, Verbindungen zu US-amerikanischen evangelikalen Organisationen und zum Teil auch ins rechtsextreme Milieu.

Christlicher Fundamentalismus wird in Deutschland bisher kaum als ernstzunehmendes Problem wahrgenommen.

Infolgedessen werden Bezüge zu einer christlichen Grundausrichtung so gut wie nie kritisch hinterfragt und problematische fundamentalistische Ausrichtungen und Ziele nicht erkannt. Bisher sind nur vereinzelt Stimmen zu hören, die auch auf das extremistische Potential christlich-fundamentalistischer Ideologien hinweisen und eingehendere Untersuchungen und Forschung fordern[3].

Die Entwicklungen nicht zuletzt in den USA, wo christliche Fundamentalist*innen bereits ganz erheblichen Einfluss auf Politik und Gesellschaft nehmen, sollten uns vor Augen führen, wie gefährlich dies ist.


[1] Butenkemper, Stephanie, Toxische Gemeinschaften: Geistlichen und emotionalen Missbrauch erkennen, verhindern und heilen, Herder, Freiburg i. Br., (zitiert nach E-Book), S. 21.

[2] Vgl. hierzu m.w.N. auch Pöhl, Die großen Pläne ‚Gottes‘… sind undurchschaubar, in: MIZ 02/2024, abrufbar unter: https://wonderl.ink/@nounum24 sowie unter https://miz-online.de/die-grossen-plaene-gottes-sind-undurchschaubar/

[3] Vgl. auch den Bericht zur CoRE-NRW Werkstatt v. 27.06.2024 „Das extremistische Potenzial des christlichen Fundamentalismus“, abrufbar unter: https://www.bicc.de/Publikationen/CoRE-NRW%20Dokumentation%20Christlicher%20Fundamentalismus.pdf

Die Präsentation zum Workshop kann hier abgerufen werden:

Vielen Dank allen Teilnehmenden und unseren Gästen auf dem Podium

Der Linktree von #NoUNUM24

Podiumsgespräch vom 29.11.2024: „Aus #NoUNUM24 wird FundiWatch – Warum es unabhängige Recherchen zu christlichem Fundamentalismus braucht“

Wir freuen uns sehr über das Interesse an unserem gestrigen Podiumsgespräch und die gute Diskussion mit den Teilnehmenden und unseren Podiumsgästen Astrid Herrmann (Religionspädagogin, Coach und Bildungsreferentin; OutInChurch), Thomas Lechner (Münchner Stadtrat der Fraktion DIE.LINKE / die PARTEI), Dr. Jobst Paul (DISS-Institut) und Michael Stritar (Dekanatsjugendpfarrer der EJM). Einen ganz besonderen Dank auch noch einmal an das LeZ München, in dessen Räumen wir uns treffen durften!

Weitere Informationen zu unseren Podiumsgästen findet ihr weiterhin hier.

Zu den bisherigen Recherchen und Aktionen von #NoUNUM24 verweisen wir hier gerne auf den Linktree von #NoUNUM24, wo sich bereits zahlreiche Informationen zu christlich-fundamentalistischen Ideologien finden lassen. Dort finden sich auch weitere Informationen zur UNUM24 und auch zum Verein Mission Freedom e.V. und seiner neuen Einrichtung Himmelsstürmer Deutschland gGmbH (Haus SeeNest) im Allgäu (ein Artikel, auch zu den letzten Presseberichten über die Einrichtung hierzu findet sich in der MIZ 02/2024).

Und schließlich möchten wir auch noch einmal auf die von #NoUNUM24 gestartete Petition „Keine Chance für christlichen Fundamentalismus und Nationalismus!“ hinweisen, die weiterhin gerne unterstützt werden kann!

Immer wieder kam die Frage auf, wie man uns unterstützen kann:

Schaut doch gerne immer regelmäßig auf unserer Homepage vorbei, wir werden diese nun sukzessive weiter ausbauen. Folgt uns auch gerne auf Instagram, Bluesky und (#NoUNUM24) auf Facebook, liked und teilt unsere Posts, denn Aufklärung lebt natürlich von Reichweite… Und ruft unsere Profile auch gerne aktiv auf – für den „klassischen“ Algorithmus sind unsere Themen häufig zu wenig „unterhaltsam“…

Bisher sind wir rein ehrenamtlich ohne finanzielle Unterstützung unterwegs. Wir arbeiten gerade noch daran, auch Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung zu schaffen, denn auch das ist natürlich nötig.

Schließlich hilft es uns natürlich sehr, wenn ihr uns Informationen, Hinweise etc. über problematische Organisationen, Erfahrungsberichte und / oder Vorschläge für Zusammenarbeit, Kooperation, etc. zukommen lasst! Gerne stellen wir auch Kontakt zu spezialisierten Beratungsstellen her. Schreibt uns gern eine Mail unter fundiwatch(at)posteo.de oder nutzt unser Kontaktformular.

Mehr hier in Kürze…

Unsere Podiumsgäste am 29.11.2024

Aus #NoUNUM24 wird FundiWatch – Warum es unabhängige Recherchen zu christlichem Fundamentalismus braucht

Am 29.11.2024 begrüßen wir ab 19 Uhr unser Podiumsgäste Astrid Herrmann (OutInChurch), Thomas Lechner (Stadtrat), Dr. Jobst Paul (DISS-Institut) und Michael Stritar (EJM München). An dieser Stelle stellen wir unsere Podiumsgäste vor.

Fr. 29.11.24, 19 Uhr LeZ, Müllerstr. 26, München – Für Online-Teilnahme bitte Anmeldung unter fundiwatch (at) posteo.de

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  • Astrid Herrmann
    Religionspädagogin, Coach und Bildungsreferentin; OutInChurch

Astrid Herrmann ist Mitglied bei #OutInChurch, eine Initiative von LGBTIQ+ Menschen, die in der römisch-katholischen Kirche arbeiten und die sich „Für eine Kirche ohne Angst“ einsetzt.

Im Vorfeld der UNUM24 kritisierte #OutInChurch die Konferenz und die geplante Teilnahme des katholischen Bischofs von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, in einem veröffentlichten Statement. Dort hieß es auszugsweise:

„Angesichts der angekündigten Sprecher haben wir begründeten Zweifel, dass die Veranstaltung frei von spirituell missbräuchlichen und queerfeindlichen Äußerungen und Praktiken stattfinden wird. […] Wir fordern Bischof Timmerevers daher auf, seine Teilnahme an der Konferenz abzusagen oder aber explizit zu nutzen, um ein Zeichen gegen spirituellen Missbrauch, Hass und Diskriminierung zu setzen.“

Bischof Timmerevers nahm dennoch an der UNUM24 teil, eine klare Abgrenzung zu den auf der UNUM24 vertretenen Ideologien wurde nicht vernommen. #OutInChurch schloss sich der Demo gegen die Konferenz vor der Münchner Olympiahalle an.

Das komplette Statement von #OutInChurch zur UNUM24 kann hier nachgelesen werden.

  • Thomas Lechner
    Stadtrat der Fraktion DIE.LINKE / die PARTEI

Thomas Lechner ist Stadtrat in München und unterstütze den Protest von #NoUNUM24. Am 18.06.2024 stellte seine Fraktion DIE.LINKE / die PARTEI im Münchner Stadrat eine Anfrage unter dem Titel:

UNUM24 in der Olympiahalle –
menschenfeindliche Predigen in der Olympiahalle zeitgleich zum Christopher Street Day?

Darin heißt es unter anderem:

„Wir fragen uns, warum in einer städtischen Veranstaltungsstätte offen menschenfeindliche und diskriminierende Prediger*innen
auftreten können und für ihre undemokratischen Überzeugungen
werben können.“

Auch weitere Miglieder der Fraktion schlossen sich der Demo gegen die UNUM24 an.

Die Stadtrats-Anfrage ist Stand heute immer noch nicht beantwortet.

  • Dr. Jobst Paul
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung

Dr. Jobst Paul ist Verfasser des für das CoRE NRW – Netzwerk für Extremismusforschung in NRW herausgegebenen Kurzgutachtens „Religion und Macht. Zum extremistischen Potenzial des christlichen Fundamentalismus“.

Paul zeigt in seinem Gutachten auf, wie christlich-fundamentalistische Akteure darin übereinstimmen, „nicht für, sondern gegen den Abbau von Diskriminierung und Ungleichheit einzutreten und danach zu streben, vergangene autoritäre, antidemokratische Machthierarchien wieder herzustellen“. In den vergangenen Jahren sei eine immer größere Anschlussfähigkeit christlich-fundamentalistischer Positionen an die Programmatik rechtsextremer Gruppen entstanden. Auch haben sich personelle Verbindungen und organisatorische Vernetzungen zwischen den Milieus gebildet.

Trotz dieses Befundes attestiert Paul der gesellschaftlichen Befassung mit dem Thema durch Politik und Forschung in Deutschland eine Aufmerksamkeitslücke, vor deren Gefahren er nachdrücklich warnt. Eine Zusammenfassung des Gutachtens findet sich im Bericht zur CoRE-NRW Werkstatt vom 27.06.2024, in dem auch die UNUM24 Erwähnung findet:

„Sowohl das Mobilisierungspotenzial als auch die mangelnde Aufmerksamkeit für die Aktivitäten zeigten sich jüngst im Zusammenhang mit den Diskussionen um die „UNUM24 – EINS SEIN“-Glaubenskonferenz […].“

  • Michael Stritar
    Dekanatsjugendpfarrer Evangelische Jugend München

Michael Stritar ist in der Leitung der Evangelischen Jugend München (EJM), die seit 2016 aktives Mitglied bei der Pride Parade des Christopher Street Day in München ist.

Unter dem Titel „Uns findet man beim CSD und nicht bei der UNUM24“ distanzierte sich die EJM im Vorfeld von der Konferenz UNUM24. Besonders mit Blick auf einige Redner im Programm „ist für uns klar, dass hier in Teilen ein Welt- und Gottesbild vertreten wird, welches mit unserem im absoluten Widerspruch steht“ teilte die EJM dabei mit.

„Wir glauben, dass Nächsten- und Gottesliebe allen Menschen gilt – egal welcher Hautfarbe, Identität oder sexuellen Orientierung“

Mehr als erstaunt“ zeigte sich die EJM über die Teilnahme des CVJM München an der UNUM24. Der CVJM ist Teil des Jugendverbandes der EJM und war zugleich im Trägerkreis der UNUM24 vertreten. Man werde mit dem CVJM „im Gespräch bleiben, um unsere Position zu erläutern und ihre Position zu diskutieren„, so die Jugendkirchen-Leiterin der EJM, Nina Petzold, im Interview diesen Sommer mit dem Sonntagsblatt.

Auch Michael Stritar und die Vorsitzenden der EJM schlossen sich der Demo gegen die UNUM24 an.

Wir freuen uns auf eine gute Veranstaltung und all unsere Gäste – ob vor Ort im Lez in München oder Online!

Podiumsgespräch am 29.11.2024

Fr. 29.11.24, 19 Uhr LeZ, Müllerstr. 26, München – Für Online-Teilnahme bitte Anmeldung unter fundiwatch (at) posteo.de

Im Juni 2024 protestierte #NoUNUM24 gegen die “Glaubenskonferenz” UNUM24. Auf der UNUM24 sprachen vor über 6.000 Teilnehmenden in der städtischen Olympiahalle christliche Fundamentalist*innen, die für eine antifeministische, queerfeindliche und sexarbeitsfeindliche Welt stehen. Der Protest stieß kurzzeitig auf ein breites Medienecho, führte zu Stadtratsanfragen und einer Petition. Und jetzt?

Mehr Infos:

Christlicher Fundamentalismus spielt in Deutschland (anders als z.B. in den USA) in der öffentlichen Debatte nahezu keine Rolle. Doch christlich-fundamentalistische Strömungen haben – gegen den allgemeinen Trend von Kirchenaustritten – immer mehr Zulauf. Hintergründe und Ziele dieser Ideologien sind kaum bekannt und werden häufig verharmlost. Auf der UNUM24 traten vermeintlich „liberale“ deutsche Bischöfe gemeinsam mit Trump-unterstützenden und nach einer „christlichen Vorherrschaft“ strebenden US-Evangelikalen auf.

Öffentliche Recherchen und Aufklärung zu christlich-fundamentalistischen Gruppen gibt es in Deutschland bisher kaum. Unterstützer*innen von #NoUNUM24 und weitere Menschenrechtsaktivist*innen starten jetzt das Recherche- und Aufklärungsprojekt FundiWatch.

Am Fr. 29.11.24, 19 Uhr blicken wir auf den Protest gegen die UNUM24 zurück, sprechen über Erreichtes und stellen FundiWatch vor.

Holga, Matthias, Ruby und Zoe von FundiWatch sprechen mit den Podiumsgästen…

  • Astrid Herrmann
    Religionspädagogin, Coach und Bildungsreferentin; OutInChurch
  • Thomas Lechner
    Stadtrat der Fraktion DIE.LINKE / die PARTEI
  • Dr. Jobst Paul
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung
  • Michael Stritar
    Dekanatsjugendpfarrer Evangelische Jugend München

…und natürlich dem Publikum!

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Insta: @nounum24 | @fundiwatch

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